Gesundheitstage Paderborn
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Oberarzt Dr. med. Jörn Carsten Studt

13:00 - 13:30 Uhr

Kontrastmittelverstärkte Sonografie der Leber

- eine neue Dimension in der Erkennung und Differentialdiagnose von Leberherden

 

Oberarzt Dr. med. Jörn Carsten Studt M.Sc.,
Facharzt für Innere Medizin / Gastroenterologie

Facharzt für diagnostische Radiologie
Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

 



Fachvortrag im Rahmen des Gesundheitstages 10.11.2007

 

Die herausragende Bedeutung der Kontrast-Sonografie in der Charakterisierung von Lebertumoren und der Detektion von Lebermetastasen wird in dem Vortrag dargestellt. Zwei Ultraschallkontrastmittel stehen für die Kontrastmittelsonografie zur Verfügung. Die Bläschen des Kontrastmittels können in einem Ultraschallfeld sichtbar gemacht werden indem sie entweder mit hoher Schallintensität zum Platzen gebracht werden oder mit geringer Schallintensität in Schwingungen versetzt werden.

 

Mit diesen Kontrastmitteln (2 Verschiedene stehen aktuell zur Verfügung) lässt sich dann eine hervorragende Abbildung der Durchblutungsverhältnisse (arteriell, portalvenös) an der Leber, wie auch eine Darstellung der Gewebeanreicherung, erzielen.

 

Mit diesem Verfahren ist es möglich an der Leber ohne Punktion eine Unterscheidung von gutartigem Gewebe zu bösartigem Gewebe mit einer Sicherheit zu erreichen, die auch mit anderen teilweise aufwendigen Verfahren wie CT, MRT bisher nicht möglich war.

 

Darüber hinaus lassen sich beim Staging von Tumoren bis zu 50 % mehr Lebermetastasen erkennen, als bisher. Diese zunehmende diagnostische Genauigkeit hat große Konsequenzen für die Tumortherapie, so lassen sich z.B. Leberoperationen bei metastasiertem Dickdarmkrebs sehr viel besser planen, da wirkliche nahezu alle Metastasen vor der Operation bekannt sind. Die Heilungschancen bei metastasierten Tumoren erhöhen sich.

 

Auch bei anderen Lebererkrankungen wie Leberinfarkten, Leberabszessen verbessert sich die Detektion dramatisch.

 

Die Kontrastmittelsonografie, ein junges Verfahren mit festem Stellenwert in der Lebersonografie, eröffnet auch bei anderen Baucherkrankungen neue Horizonte. So ist sie in der Erkennung von Nekrosen an der Bauchspeicheldrüse bei der schweren Pankreatitis Goldstandard.

 

Die Kontrastsonografie wird mittelfristig eine hervorragendes nichtinvasives Verfahren zur Lösung schwieriger diagnostischer Fragestellungen werden. Bei insgesamt minimalem Risiko.

 

Das Verfahren ist im Brüderkrankenhaus St. Josef seit ca. 3 Jahren etabliert, aktuell werden pro Woche ca. 10 –15 derartige Untersuchungen durchgeführt. Wir prüfen aktuell auch andere Indikationen, wie z.B. Nekrosenbeurteilung im Pankreas, Tumordetektion im Pankreas, Lymphknotendignitätsbeurteilung.

 

Dr. Jörn Studt  


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