| 13:30 - 14:00 Uhr „Blut im Stuhl – nicht immer Darmkrebs" Chefarzt Dr. med. Gerhard Sandmann, St. Josef Krankenhaus Salzkotten |
Vortrag für Besucher im Rahmen des Gesundheitstages 10.11.2007
BLUT IM STUHL – NICHT IMMER DARMKREBS
Nicht immer ist Blut im Stuhl sichtbar, oft sind die Blutmengen so klein, dass sie nur mit laborchemischen Methoden nachweisbar sind. Allgemein ist bekannt, dass Blut im Stuhl immer ein Warnsymptom ist. Es muß sich jedoch nicht immer um eine schwerwiegende Erkrankung handeln, es können auch relativ harmlose Ursachen, wie z.B. kleinere blutende Hämorrhoiden, Divertikel des Darmes, kleinere Polypen, Gefäßveränderungen im Darm, aber auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen die Ursache hierfür sein.
Auch muß differenziert werden, ob es sich um Blutungen aus dem oberen Magen-Darm-Trakt oder dem unteren handelt. Blutungen aus dem oberen Magen-Darm-Trakt z.B. in Form eines blutenden Magengeschwürs, äußern sich allerdings meistens in Form von Teerstuhl. Die unteren Darmblutungen werden meistens durch helle Blutauflagerungen oder Blutbeimischungen im Stuhl transparent.
In meinem Thema gehe ich auf eine relativ häufige, nicht tumoröse Ursache von Blutnachweis im Stuhl ein, nämlich die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Diese sind der M. Crohn oder die Colitis ulcerosa. Es wird über viele Ursachen spekuliert. Wirklich bewiesene Zusammenhänge mit therapeutischen Eingriffsmöglichkeiten im vorbeugenden Sinne gibt es aber noch nicht. Die Colitis ulcerosa ist eine immer wiederkehrende entzündliche und geschwürige Erkrankung des Dickdarms, die sich durch u.a. neben Blutungen auch durch Durchfälle, krampfartige Schmerzen und Appetitlosigkeit sowie Gewichtsverlust auszeichnet.
Der M. Crohn ist eine chronische Entzündung des Verdauungstraktes, der sich ebenfalls durch krampfartige Schmerzen, Durchfälle und Fieber, seltener durch Blutauflagerungen auszeichnet. Im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, die meist streng auf den Dickdarm und nur in seltenen Fällen sich auf den letzten Abschnitt des unteren Dünndarms erstreckt, kann der Morbus Crohn alle Organe des Magen-Darm-Traktes befallen.
Auch auf das erhöhte Dickdarm-Risiko bei Befall mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wird eingegangen. Das ist insbesondere bei der Colitis ulcerosa abhängig vom Ausmaß der Colon(Dickdarm)-Beteiligung sowie der Dauer der Erkrankung. Nachsorge-Untersuchungen im Sinne einer Kontroll-Darmspiegelung empfehlen sich bei einer Entzündung des gesamten Darmes nach 8 – 10 Jahren Erkrankungsdauer bei einer sogenannten Linksseitencolitis nach 12 – 15 Jahren Erkrankungsdauer.
Dr.med. Sandmann
- Chefarzt -