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Chefarzt Dr. Michael Bucher

15:00 - 15:30 Uhr

Staging des Rektum-Karzinoms mittels Endosonographie

Chefarzt Dr. Michael Bucher,
Facharzt für Chirurgie, Schwerpunktbezeichnung Visceralchirurgie,
St.- Marien-Hospital Marsberg


Staging des Rektum-Karzinoms mittels Endosonographie

Dr. med. Michael Bucher 

 

In den letzten Jahren kam es zu erheblichen Fortschritten bei der Therapie des Rektumkarzinoms:

 

  • Verminderung der Zahl der Lokalrezidive bei lokal fortgeschrittenen Tumoren (T3,T4) und Lymphknotenbefall durch neo-adjuvante Radiochemotherapie und anschließende radikale Operation mit TME.
  • R0-Resektionen oder kontinenzerhaltende Operationen sind oft erst möglich nach Tumorverkleinerung durch neo-adjuvante Therapie.
  • Kurative lokale Excision durch transanale Vollwandexcision oder TEM bei tiefsitzenden kleinen oder hoch-differenzierten Tumoren (T1,G1) ermöglichen eine Kontinenzerhaltung und Verminderung des Operationsrisikos.

 

Nach ausgiebigem präoperativen Staging und gemeinsamer interdisziplinärer Therapieplanung im Rahmen des kooperativen Darmzentrums Paderborn wird durch die individuelle stadiengerechte Therapie ein optimales Ergebnis für jeden Patienten möglich.

 

Staging bei Rektum-Karzinom:

 

  • Komplette Koloskopie mit PE
  • Histologie
  • Abdomen – Sonographie
  • Abdomen – CT

  • Tumormarker CEA
  • Röntgen Thorax
  • Endosonographie
  • Rektoskopie und Palpation durch Operateur
  • Sphinktermanometrie
  • MRT
  • Bei ausgedehnten Tumoren gynäkologische oder urologische Untersuchung

 

Die Endosonographie ist zurzeit das Verfahren mit der höchsten Genauigkeit für das lokoregionäre Staging des Rektum-Karzinoms.

 

  • Genauigkeit von 80-90 % bezüglich der Tumorinfiltrationstiefe (T-Stadium)
  • Genauigkeit von 70-85% bezüglich der Lymphknoten
  • Voraussetzung ist aber ein erfahrener Untersucher
  • Keine Narkose notwendig
  • Steinschnittlage
  • Am besten durch späteren Operateur, dadurch gleichzeitig Beurteilung der lokalen Operabilität und Sphinkterfunktion möglich

 

Endosonographie ist eine manuell-technisch anspruchsvolle Untersuchung

 

  • Schwierige Platzierung der Sonde bei Stenosen oder ungünstiger Tumorlage über 10 cm Höhe
  • Um die Schichtung exakt zu zeigen ist genau senkrechter Einfall des Schalles auf die Rektumwand notwendig
  • Luftblasen in der Wasservorlaufstrecke behindern die Sicht

 

Wir benutzen eine starre Endosonographiesonde. Über eine Perfusorspritze läßt sich die  Wasservorlaufstecke variieren, die von einem Minikondom gehalten wird. Der Schallkopf hat mit 10 MHz eine sehr hohe Auflösung. Der Schallkopf rotiert beim Einschalten des Gerätes um seine eigene Achse, so dass ein axiales Querschnittbild durch das Rektum entsteht.

 

Bei Untersuchung in Steinschnittlage wird das Gerät definitionsgemäß so gehalten, dass sich wie beim Ziffernblatt einer Uhr 12 Uhr oben befindet.

 

Die Rektumwand zeigt typischerweise die Schichten weiss - schwarz - weiss - schwarz - weiss.

 

Die innerste schwarze Schicht entspricht der Mukosa, die andere der Muscularis, die weissen Schichten entsprechen Grenzechos zwischen den Schichten und sind keiner anatomischen Struktur zugeordnet.

 

Tumore werden als echoarme Verbreiterungen der Rektumwandschichten angezeigt.

 

Lymphknoten über 5 mm gelten als verdächtig, ab 1 cm sicher tumorbefallen.

 

Tumorbefallene Lymphknoten sind auch echoärmer als entzündliche Lymphknoten.

 

Wichtig ist auch, dass man nicht nur eine Schicht des Tumors, sondern den ganzen Tumor untersucht.

 

Es werden typische Normalbefunde und pathologische Befunde demonstriert und erläutert.

 

In der Hand des Erfahrenen ist die Endosonographie ein sehr genaues Instrument für die Therapieplanung beim Rektumkarzinom.

 

Chefarzt Dr. Michael Bucher


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